Counter 101
Realisierung einer digitalen Frequenzanzeige für den Transceiver Yaesu FT-101Z
1. Einführung
Die beschriebene Schaltung ist für den nachträglichen Einbau in den
Transceiver YAESU FT101Z optimiert, kann jedoch durch nur geringen
Änderungsaufwand auch an andere Transceiver angepasst werden.
Um den nachträglichen Einbau in das Gerät soweit wie möglich zu
vereinfachen, wurde bei der Schaltungsentwicklung insbesondere
darauf geachtet, elektrische und mechanische Änderungen am Transceiver
weitestgehend zu vermeiden. Die Schaltung wird mit nur einer
Betriebsspannung von UB=+5V betrieben und kann mit Standart Logik-Bauelementen
realisiert werden.
Ein Abgleich der Schaltung ist nicht erforderlich.
Eine Abbildung der fertig aufgebauten Leiterplatte ist hier.
2. Schaltungskonzept
Auf Grund der im Transceiver zur Verfügung stehenden Signale bietet es sich an, die prinzipielle Funktionsweise der von YAESU entwickelten Schaltung zu übernehmen und hinsichtlich heute leicht verfügbarer Bauelemente zu überarbeiten [1].
Ein sinusförmiges Eingangssignal wird mit Hilfe eines Null-Durchgangs-Detektors in ein Rechecksignal umgewandelt. Aus der während einer festgelegten Messzeit tG ermittelten Anzahl n von Impulsen kann die gesuchte Frequenz ermittelt werden. Wird zum Beispiel tG=1 s gewä
hlt, ergeben die gezählten Impulse n direkt die Frequenz in Hz. Allgemein gilt also n
f =
-------
(1)
tG
f: gesuchte bzw. gemessene Frequenz
n: Anzahl der während tG gezählten Impulse
tG: Messzeit (Gatezeit)
Gleichung (1) macht auch deutlich, dass die Genauigkeit der gemessenen
Frequenz im wesentlichen von der Genauigkeit der Gatezeit abhängig
ist. Da in dieser Anwendung nur auf 100 Hz genau gemessen wird, ist ein
Gesamtfehler von <10-2 bei n zulässig.
Anders gesagt: Der Oszillator, mit dem die Gatezeit tG bestimmt wird, muss in
seiner Genauigkeit besser als 10-2 sein.
Die gesuchte Frequenz wird von der an Buchse J01 der Premix-Einheit (PB-1962)
zur Verfügung stehenden Premix-Frequenz abgeleitet
(vgl. Tabelle 1).
| Band /m | fLSB/MHz | fUSB/MHz | fCW/MHz |
| 160 | 10.486 - 10.986 | 10.489 - 10.989 | 10.4883 - 10.9883 |
| 80 | 12.486 - 12.986 | 12.489 - 12.989 | 12.4883 - 12.9883 |
| 40 | 15.986 - 16.486 | 15.989 - 16.489 | 15.9883 - 16.4883 |
| 20 | 22.986 - 23.486 | 22.989 - 23.489 | 22.9883 - 23.4883 |
| 15 | 29.986 - 30.486 | 29.989 - 30.489 | 29.9883 - 30.4883 |
| 10A | 36.986 - 37.486 | 36.989 - 37.489 | 36.9883 - 37.4883 |
| 10B | 37.486 - 37.986 | 37.489 - 37.989 | 37.4883 - 37.9883 |
| 10C | 37.986 - 38.486 | 37.989 - 38.489 | 37.9883 - 38.4883 |
| 10D | 38.486 - 38.986 | 38.489 - 38.989 | 38.4883 - 38.9883 |
Tabelle 1: Premix-Frequenzen [1]
Mit der Wahl von tG=100 ms werden nur 1/10 der tatsächlich einlaufenden
Impulsfolge erfasst.
Gleichzeitig wird damit unterstellt, dass die Premix-Frequenz im Bereich ± 10
Hz genau ist.
Durch einen weiteren Teiler 1:10 erreicht man die gewünschte Auflösung von 100
Hz.
Da die Premix-Frequenzen selbst nicht unmittelbar das gewünschte n ergeben,
muss das Zählergebnis so manipuliert werden,
dass die gesuchte Frequenz erreicht wird. Diese Manipulation lässt sich mit
einem Preset durchführen. Damit wird aus Gleichung (1)
n+m
f =
-------
(2)
tG
m: Preset für Zähler
Der Preset-Code für die Zählkaskade ist für jedes Digit, abhängig von der gewählten Betriebsart, in Tabelle 2 gegeben.
| Mode | 10M | 1M | 100K | 10K | 1K | 100 |
| LSB | 9 | 1 | 0 | 1 | 4 | 0 |
| USB | 9 | 1 | 0 | 1 | 1 | 0 |
| CW/AM | 9 | 1 | 0 | 1 | 1 | 7 |
Tabelle 2: Preset-Code für Zähler [1]
Zur Verdeutlichung dieses Prinzips sei ein Beispiel gegeben:
gewählte Betriebsart CW, f=14000 kHz
nach Tabelle 1: fP=22988300 Hz
nach Tabelle 2: m=91011700
gem. Gleichung (2)
22.988.300 + 91.011.700
f = -------------------------------- = 114.000.0
10 x 10
Der durch die Addition auftretende Übertrag kann vernachlässigt werden, da er nicht verarbeitet wird.
3. Schaltungsbeschreibung
Die Gesamtschaltung besteht aus den Funktionseinheiten
- Premix Converter
- Gatesignal-Erzeugung
- Steuersignal-Erzeugung
- Zähler/Anzeige
- Betriebsspannungsversorgung
3.1 Premix Converter
Der Premix Converter wandelt das sinusförmige
Premix-Eingangs-Signal fP in ein Rechtecksignal um.
Nach Verstärkung mit T3 wird fP dem als Null-Durchgangs-Detektor geschalteten
IC36 zugeführt.
Am Ausgang der Entkoppelstufe mit T2 steht schließlich ein TTL-Signal zur Verfügung
[1].
Für T3 kann auch statt des hier eingesetzten Typs BF989 eine andere
geeignete MOSFET-Tetrode verwendet werden (z.B. BF960 o.ä.).
Bei Verwendung eines anderen Schalttransistors (T2) muss die maximal zu
verarbeitende Frequenz von ca. f=40 MHz beachtet werden
(vgl. Tabelle 1).
Der Aufbau des Premix Converters ist nicht problematisch, sofern ein
einigermaßen HF-gerechter Aufbau gewählt wird
(Masseführung, Signalführung).
3.2 Gatesignal-Erzeugung
Das Gatesignal wird von einem integrierten Quarzoszillator (IC35) mit fG=16
MHz abgeleitet.
Diese Frequenz wurde aus zwei Gründen gewählt.
Mit dem CTRL-Signal (16 MHz) kann die Schaltung schnell und einfach auf ihre
Funktion hin überprüft werden (vgl. 4.).
Außerdem lässt sich auf einfache Weise das 80 Hz G-Signal ableiten, mit dem
die notwendigen Steuersignale erzeugt werden
(Teiler 1:200000 mit IC29 ... IC34).
3.3 Steuersignal-Erzeugung
Mit dem G-Signal (80 Hz) werden alle zur Steuerung der Schaltung benötigten Signale erzeugt. Diese sind
- das Gate-Steuersignal GS
- das Taktsignal für die Speicher-Register LOAD_R
- der Lade-Impuls für die Zähler LOAD_C
- das Taktsignal für die Zähler T10
Der Premix-Takt TP wird über ST3 und einem als Pegelwandler geschalteten
Inverter (IC50) auf das Zähltor (IC24) geführt,
dessen Öffnungszeit durch GS bestimmt ist. Die während der Toröffnungszeit
passierenden Impulse werden mit IC28 und IC27
(Teiler 1:10) zum Taktsignal T10 für die Zählkaskade umgesetzt.
Das schematisch dargestellte Zeitdiagramm verdeutlicht die
Funktionsweise.
![]() |
| Zeit-Diagramm für Steuersignal-Erzeugung (schematisch) |
Mit einem Teiler 1:16 (IC22) wird aus G eine Impulsfolge mit t=200 ms
erzeugt, die für je eine halbe Taktperiode das Zähltor öffnet.
Während der zweiten Hälfte der Taktperiode wird das Zähltor nur für kurze
Zeit (tL=25 ms) geöffnet.
In diesem Zeitraum ist auch LOAD_C aktiv, so dass der Zähler wieder auf den mit
S0 ... S4 gewählten Anfangswert gesetzt wird.
Während der übrigen Zeit ist das Zähltor gesperrt.
Mit LOAD_R wird nach jeweils 100 ms das aktuelle Zählergebnis in die Register
übernommen.
Um zeitlich definierte Verhältnisse an den Takteingängen der Zähler und
Register zu erhalten, werden diese Steuersignale
mit IC26 und IC27 nachgetaktet.
Mit S0 ... S4 wird der von der jeweils eingestellten Betriebsart abhängige
Preset-Code für die Zähler eingestellt.
Da USB und LSB zeitlich konstant sind, kann hier auf ein Nachtakten verzichtet
werden.
Die durch Prellen des Schalters entstehenden Impulse auf USB und LSB können
vernachlässigt werden,
da sich bereits nach einigen Millisekunden ein stationärer Zustand einstellt.
Mit A und B wird durch ODER-Verknüpfung das Signal DIGIT_10 erzeugt, das bei
Frequenzen unterhalb des 20m-Bandes
das 10 MHz- Digit dunkel schaltet.
3.4 Zähler/Anzeige
Die Zählkaskade ist mit IC16 ... IC21 realisiert, wobei
IC21 dem 100 Hz-Digit
IC20 dem 1 kHz-Digit
IC19 dem 10 kHz-Digit
IC18 dem 100 kHz-Digit
IC17 dem 1 MHz-Digit
IC16 dem 10 MHz-Digit
zugeordnet ist. Das Zählergebnis wird in den Registern IC13 ... IC15
zwischengespeichert.
Mit LOAD_R ist sichergestellt, dass nur das während der Gatezeit tG=100 ms
ermittelte Zählergebnis zur Anzeige gebracht wird.
Mit IC7 ... IC12 wird der BCD-Code in den 7-Segment-Code umgesetzt.
Die Anzeigeelemente IC1 ... IC6 sind auf einer externen Leiterplatte angeordnet, die hinter dem Sichtfenster montiert ist.
4. Aufbau der Schaltung
Der Aufbau selbst ist nicht problematisch. Die Schaltung kann auf einer
Lochrasterplatte aufgebaut und verdrahtet werden.
Es ist empfehlenswert, sich vor dem Aufbau ein paar Gedanken zur Lage der
einzelnen Bauelemente zu machen,
um einen Überblick über die Größe der Leiterplatte und die Leitungsführung
zu erhalten.
Im folgenden seien ein paar Hinweise gegeben, um die Realisierung der Schaltung zu vereinfachen.
Das Ausgangssignal des Quarzoszillators hat TTL-kompatible Spannungspegel.
Wegen der hohen Frequenz sollte die erste Teilerstufe so
realisiert werden, dass einerseits die Frequenz und andererseits die
Spannungspegel verarbeitet werden können
(erster Teiler mit FAST und nachfolgend ein ACT00). Um eine einwandfreie
Funktion der Schaltung zu gewährleisten,
gilt die allgemeine Forderung, dass die eingesetzten Bauelemente nicht außerhalb
ihrer Technologie-Spezifikation betrieben werden
(maximale Frequenz, Logik-Pegel).
Die Gesamtschaltung ist auf zwei Leiterplatten (Hauptplatine mit Zähler und
Steuerfunktionen, Anzeigeplatine mit den 7-Segment-Anzeigen)
aufgebaut. Die Anzeigeplatine muss so bemessen werden, dass sie hinter das
Sichtfenster mit einem kleinen Befestigungswinkel
montiert werden kann.
Die Verbindung zwischen beiden Leiterplatten wird mit 40-poligem
Flachbandkabel hergestellt (ST1, ST11).
Die Betriebsspannung sowie die noch fehlende Verbindung für die letzte Diode
(Diode f von IC1 muss nicht angeschlossen werden)
muss separat geführt werden (ST2,ST21 sowie ST9,ST91).
Die Betriebspannung von UB=+5V wird mit einem integrierten Spannungsregler
erzeugt.
Um hochfrequente Störungen auf der Stromversorgung zu unterdrücken, sollte
diese Leitung verdrosselt werden.
Nach dem Aufbau kann durch Umstecken der Steckbrücke ST3 die Schaltung auf
richtige Funktion überprüft werden.
Ist CTRL (16 MHz) das Eingangssignal, wird die Frequenz f=7.011.7 MHz angezeigt
(vgl. 2.).
Aufgrund der Platzverhältnisse im Transceiver sind vom Verfasser
Leiterplatten für SMD-Bauelemente entwickelt worden,
die für den Einbau in den FT101Z optimiert sind.
5. Montage in den Transceiver FT101Z
Für die Montage in den Transceiver sind lediglich drei Lötverbindungen
herzustellen.
Die mechanischen Änderungen beschränken sich im wesentlichen auf das in [1]
beschriebene Entfernen der Analog-Anzeige.

Abweichend von der in [1] dargestellten Montageanweisung wird die
Leiterplatte an der Oberseite der Halterung für PB1962 und PB1960
befestigt. Wird eine Leiterplatte mit einseitiger Massefläche verwendet, ist
damit gleichzeitig der Massekontakt hergestellt.
Die Anzeigeplatine wird mit einem passenden Winkel auf der Halterung für den
VFO-Antrieb befestigt.
Der Spannungsregler für die Betriebsspannungsversorgung ist direkt an der
Halterungsplatte für PB1962 und PB1960 an einer der beiden
Schrauben mit Wärmeleitpaste angeschraubt. Die Halterungsplatte dient damit
gleichzeitig als Kühlkörper.
Die stromführenden Leitungen werden in der Luft verdrahtet (Isolierschläuche
verwenden!).
Das Premix-Eingangssignal von Buchse J01 (PB-1962) wird mit Koaxialkabel auf die Schaltung geführt. Die Steuersignale USB und LSB werden direkt von J01 (PB-1964, AF Unit, zugänglich an der Unterseite des Gerätes) entnommen.
6. Ausblick
Das Schaltungsprinzip kann für jeden anderen
Transceiver verwendet werden.
Der hier wiedergegebene Preset-Code für den Zähler ist dann sicher nicht mehr
gültig,
so dass an dieser Stelle die Anpassung an das jeweilige Eingangssignal erfolgen
muss.
Als Alternative für den Einsatz der sechs BCD/7-Segment-Decoder ist auch ein
einziger Decoder denkbar, wobei dann allerdings ein Multiplexer
erforderlich ist. Auf diese Lösung wurde jedoch zugunsten einer einfacheren
Schaltungsstruktur verzichtet. Wer sich den höheren
Stromverbrauch dieser Schaltungsvariante nicht leisten will oder kann, dem sei
mit der oben genannten Variante ein Hinweis für eigene Entwicklungen gegeben.
Literatur
[1]: Instruction Manual FT-101ZD
Yaesu Musen Co., Ltd., Tokyo, Japan
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www.dl1hcm.de / 15.02.2006 / Contact